Zirbenschnaps selbst herstellen

Die Herstellung von Zirbenschnaps, einem so genannten Ansatzschnaps, ist relativ einfach. Allerdings sollte man bedenken, dass in den verschiedenen Regionen, in denen die Zirbe wächst, das Pflücken der Zapfen beschränkt ist. In Kärnten zum Beispiel ist pro Tag und Person das Pflücken von drei Zapfen erlaubt, wer mit mehr erwischt wird, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Bitte also unbedingt im Vorfeld Erkundigungen einholen, wie viele Zapfen mitgenommen werden dürfen! Die gute Nachricht: drei Zapfen genügen zum Ansetzen von einem Liter Zirbenschnaps!

Dazu werden die noch fest geschlossenen Zapfen Anfang Juni bis Mitte Juli gepflückt und in Scheiben geschnitten. Nun gehen die Meinungen auseinander. Während die Freunde des herben Schnapses darauf schwören, die ganzen Zapfenscheiben zu verwenden, nehmen die Feinspitze nur die äußere Rinde. Damit wird der Schnaps milder, denn die Bitterstoffe liegen vor allem in der Mitte der Zapfen. Wofür auch immer man sich entscheidet – die Stücke werden mit einem Liter neutralem Schnaps, zum Beispiel Korn, in ein Glasgefäß gegeben und verschlossen. Das Gefäß stellt man in die Sonne, denn Licht und Wärme sorgen dafür, dass die Aromen in die Flüssigkeit übergehen.

Bereits nach wenigen Tagen verfärbt sich der Schnaps rot, ein Zeichen, dass man alles richtig gemacht hat. Nach drei Wochen ist der Schnaps fast fertig. Die Flüssigkeit wird durch ein Tuch geseiht, um so die Zapfenstücke rückstandsfrei zu entfernen, und verkostet. Freunde des scharfen und herben werden jetzt schon begeistert sein. Wer es allerdings etwas milder möchte, kann ein wenig Kandiszucker beigeben, rühren, bis er sich aufgelöst hat und nochmals verkosten. Auf diese Art und Weise kann sich jeder individuell an seinen Schärfegrad herantasten.